In der Nacht..

versuchte nun mein Zimmernachbar einfach so sein Bett zu verlassen. Den Grund wusste er selber nicht mehr. Nachdem ich ihn dann mit Hilfe der Nachtschwester wieder zurück gehieft hatte bedankte er sich kleinlaut und schlief wieder ein. Dabei pflegte er weiterhin seine starke Schlafapnö das mir Angst und Bange wurde. Ich nenne ihn mal Ewald. Er war so um die 78 Jahre und hatte ein beschwerliches Leben hinter sich. Als Kind aus Ostpreussen vor den Russen geflüchtet, sich dann hier ein arbeitsreiches Leben mit Familie aufgebaut und hat es zu einem bescheidenen Wohlstand gebracht.
Er saß den ganzen Tag in der hintersten Ecke unseres Dreibettzimmers im Halblicht und wartete darauf das ihn jemand auf dem Handy anrief. Seine Frau und seine Tochter taten ihm dann auch den Gefallen. Mit mir und dem Personal pflegte er einen zurückhaltenden Umgang und nervte ständig mit irgentwelchen Bagatellhandreichungen. Er konnte selbstständig Nichts mehr. Wenn dann das Handy klingelte kramte er blitzschnell irgentwo einen kleinen Cesar hervor und herrschte seinen Anrufer in einer Art und Weise an das ich mich zurücknehmen musste. Noch schlimmer wurde es wenn seine Frau oder seine Tochter ihn besuchte und das war täglich der Fall. Dann verwandelt sich der kleine Kranke mit brüchigem Stimmchen in einen wortgewaltigen Despoten.
Hier im Rheinland gibt es einen Spruch der unsere Beziehung am besten trifft: „met dem kannze en ponk salt freate , da witse ömmer noch net wo de dran bös“
Übersetzt heißt das: mit dem kannst du ein Pfund Salz fressen da weißt du immer noch nicht wo du dran bist.
Vielleicht tue ich ihm Unrecht, dennoch, so möchte ich diesen herrlichen Planeten nicht verlassen.
Also unbedingt Sport auf die todo Liste setzen!

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.